Der Grüne Star (Das Glaukom)
Was ist das?
Das Glaukom ist eine Sehnervenerkrankung, bei der die Nervenfasern
des Sehnerv in charakteristischer zeitlicher Abfolge langsam zugrunde
gehen.
Die bei weitem häufigste Ursache für
diese Form der Sehnervenschädigung (auch genannt Sehnervenatrophie)
ist ein gegenüber dem Normbereich erhöhter Augeninnendruck.
Es gibt jedoch auch Menschen, deren Augendruck
immer im Normbereich oder sogar unterhalb des Normbereiches liegt
und die dennoch die typischen Veränderungen am Sehnervenkopf
aufweisen. Hier spricht man von Normaldruck- oder Niederdruckglaukom.
Im Gegensatz dazu gibt es auch viele Menschen,
die über lange Zeit hinweg einen gegenüber dem Normbereich
erhöhten Augeninnendruck aufweisen, ohne jedoch eine Sehnervenschädigung
zu entwickeln. In diesen Fällen spricht man von einer okulären
Hypertension.
Ursachen und Arten des Glaukoms
Chronisches Glaukom, primäres Offenwinkelglaukom
Wie der Name besagt, liegt hier keine Verlegung des Kammerwinkels
als Ursache für die Erhöhung des Augeninnendrucks vor.
Das Offenwinkelglaukom ist die am häufigsten auftretende Form
des Glaukoms, deren wirkliche Ursache jedoch weitgehend unklar ist.
Es ist jedoch bekannt, dass zunehmendes Alter, Durchblutungsstörungen
am Augenhintergrund und eine Kurzsichtigkeit über - 5 Dioptrien
Risikofaktoren für das Glaukom darstellen.
Angeborenes Glaukom
Hier liegt eine Fehlbildung vor, so dass das Kammerwasser nicht
normal abfließen kann. Die Behandlung besteht in einer korrigierenden
Operation.
Akutes Winkelblock-Glaukom, Glaukomanfall
Diese Form des Glaukoms tritt bei Augen mit engem Kammerwinkel auf,
bei denen die Regenbogenhaut plötzlich die Abflusswege des
Kammerwasser verlegt. Damit kommt es zur schnellen, anfallsartigen
Erhöhung des Augeninnendrucks, die mit heftigen Augenschmerzen,
Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen einhergehen kann. Der
Glaukomanfall ist ein Notfall!
Sekundäres Glaukom
Hier entsteht aufgrund einer anderen Augenerkrankung, z.B. infolge
einer Entzündung, Verletzung oder eines Tumors, eine Abflußbehinderung
für das Kammerwasser. In der Folge erhöht sich der Augeninnendruck
und führt zu den beschriebenen Sehnervenschädigungen.
Symptomatik
Eine Erhöhung des Augeninnendrucks verursacht primär
keine Beschwerden. Daher besteht die große Gefahr, dass ein
Glaukom nicht oder erst zu spät erkannt wird! Die meisten Fälle
werden zufällig im Rahmen von Routine- oder Vorsorgeuntersuchungen
festgestellt oder wenn der Patient den Augenarzt aufgrund eines
anderen Problems aufsucht.
Der erhöhte Augeninnendruck schädigt im Laufe der Zeit
den Sehnerv, so dass dieser die Seheindrücke, die in das Auge
gelangen, nicht mehr vollständig an das Gehirn weiterleiten
kann. Eine Einschränkung des Sehvermögens ist die Folge,
welche unbehandelt bis zur Erblindung führen kann. Da dieser
Prozeß sehr langsam vonstatten geht, wird auch die Einschränkung
des Gesichtsfeldes oder des Sehvermögens von den Patienten
oft nicht selbst bemerkt.
Daher sollte jeder Patient ab dem 40. Lebensjahr einmal pro Jahr
beim Augenarzt den Augeninnendruck überprüfen lassen.
Diagnostik
Da das Glaukom häufig mit einem erhöhten Augeninnendruck
assoziiert ist, ist die Messung des Augeninnendrucks einer der wichtigsten
Parameter. Der Augeninnendruck wird an der Spaltlampe gemessen.
Dazu wird ein kleines Meßkölbchen auf die zuvor betäubte
Hornhaut aufgesetzt. An einer Skala kann der Augeninnendruck abgelesen
werden (Details zur Augeninnendruckmessung).
Ein Augeninnendruck unter 20 mmHg ist - sofern keine anderen Anzeichen
für ein Glaukom vorliegen - unbedenklich. Bei Werten zwischen
20 - 24 mmHg sollten häufiger Kontrolluntersuchungen durchgeführt
werden. Bei Werten zwischen 25 - 29 mmHg ist das Vorliegen oder
baldige Auftreten eines Glaukoms sehr wahrscheinlich, bei noch höherem
Augeninnendruck ist mit Sicherheit vom Vorliegen eines Glaukoms
oder baldigem Auftreten auszugehen.
Ob eine beginnende oder bereits fortgeschrittene Glaukomschädigung
vorliegt, wird anhand von zwei weiteren Untersuchungen geklärt:
Die Untersuchung des Sehnervenkopfes am Augenhintergrund zeigt
dem Augenarzt, ob eine sichtbare Schädigung des Sehnerven vorliegt.
Die Untersuchung des Gesichtsfeldes zeigt, ob ein funktioneller
Sehnervenschaden eingetreten ist.
Das heimtückische an der Glaukomerkrankung ist, dass die ersten
Funktionsausfälle zunächst vom Patienten nicht bemerkt
werden, da sie nicht direkt die Sehschärfe betreffen. Nur eine
sorgfältige Gesichtsfelduntersuchung vermag solche Schäden
aufzudecken.
Darüber
hinaus gibt es eine Vielzahl modernster Diagnosesysteme (Heidelberg
Retina Tomograph, Frequenzverdopplungs-Perimetrie, GDx Nervenfaserpolarimetrie
u.a. ), die ein äußerst präzises und frühzeitiges
Erkennen drohender krankhafter Veränderungen und auch eine
Verlaufskontrolle des Glaukoms erlauben. Als Mitglied im adc1
AugenDiagnostikCenter München haben unsere Ärzte bei Bedarf
Zugang zu diesen modernen Untersuchungstechniken
Therapie
Die Behandlung des Glaukoms basiert auf drei Säulen: Augentropfen,
Laserbehandlung und Operation. Wann im Behandlungsverlauf welche
Therapie eingesetzt wird oder inwieweit verschiedene Verfahren kombiniert
werden, hängt u.a. von den Bedürfnissen und persönlichen
Umständen des individuellen Patienten ab.
Augentropfen
Die medikamentöse Behandlung mit Augentropfen (manchmal auch
als Gele oder Öle) ist die häufigste Therapieform beim
Glaukom. Es gibt eine Vielzahl von Tropfen und Wirkstoffen, die
über verschiedene Wege den Augeninnendruck senken (Beta-Blocker,
Carboanhydrasehemmer, Prostaglandine u.a.).
Das Tropfen verlangt vom Patienten lebenslang äußerte
Disziplin und Therapietreue (Compliance).
Lasertherapie
Die Argon-Laser-Trabekuloplastik ist, richtig ausgeführt, eine
außerordentlich sichere, nebenwirkungsarme und wirkungsvolle
Methode. Sie kann den Augeninnendruck in der Regel um 5-10 mmHg
vom Ausgangswert senken. Leider ist der drucksenkende Effekt nicht
immer anhaltend.
Weitere Informationen
zur Lasertherapie des Grünen Stars
Operation
Es gibt eine Reihe operativer Verfahren zur Senkung des Augeninnendruckes.
Die wichtigsten sind die Iridektomie (beim Winkelblock-Glaukom),
Trabekulektomie/Goniotrepanation und Trabekulotomie.
Weitere Informationen zur Operation
des Grünen Stars
Prognose
Das Glaukom ist heute eine fast immer erkennbare und gut behandelbare Krankheit - sofern man sich an die Regeln hält. Für ein sorgenfreies Leben mit einem Glaukom trägt Ihr Augenarzt nur einen Teil der Verantwortung, den anderen - in der Regel deutlich größeren - Teil müssen Sie als Patient selbst wahrnehmen.
Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, eine zuverlässig durchgeführte Therapie und eine offene Kommunikation zwischen Arzt und Patient sind Voraussetzung für eine erfolgreiche Behandlung des Glaukoms.
Wir Ärzte wissen, wie schwierig es ist, eine Behandlung - z.B. mit Augentropfen - wirklich vollständig zuverlässig und regelmäßig, über Jahre und manchmal lebenslang durchzuhalten. Wenn Sie Probleme mit der Anwendung Ihren Augentropfen, Angst vor Nebenwirkungen oder auch einfach das Tropfen nur vergessen haben - bitte scheuen Sie sich nicht, uns dies mitzuteilen. Wir sehen uns als Ihr Partner und möchten mit Ihnen gemeinsam die für Sie akzeptable und druchführbare Therapieform finden.
Als Mitglied im adc1 AugenDiagnostikCenter München stehen unserer Praxis modernster Diagnosesysteme zur Verfügung, die eine engmaschige Verlaufskontrolle bereits eingetretener Veränderungen und damit eine effektive Therapiekontrolle erlauben.
Fakten
Am häufigsten tritt das primäre Offenwinkelglaukom auf (rund 90% aller Glaukome).
In Deutschland ist das Glaukom der zweithäufigste Grund für eine Erblindung.
Das Glaukom ist eine Volkskrankheit. In Deutschland haben etwa drei Millionen Menschen einen zu hohen Augeninnendruck (Vorstufe des Glaukoms). Rund 800.000 Menschen sind an einem Glaukom erkrankt.
Die Häufigkeit des Glaukoms steigt mit zunehmendem Lebensalter. Es tritt einschließlich seiner Vorstufen bei gut 2,4% aller Personen ab dem 40. Lebensjahr auf. Jenseits des 75. Lebensjahres liegt die Häufigkeit bereits zwischen 7% und 8%. Das Lebensalter steht unter den allgemeinen Risikofaktoren also an erster Stelle.
Weitere Risikofaktoren sind eine familiäre Belastung (Glaukom in der Verwandtschaft ersten Grades), eine höhere Kurzsichtigkeit ab - 5 Dioptrien und Durchblutungsstörungen.
Wenn Sie an einer Glaukomvorsorge zur Früherkennung des Grünen Stars interessiert sind, sprechen Sie uns bitte an.
Als Mitglied im adc1 AugenDiagnostikCenter München stehen unserer Praxis modernster Diagnosesysteme zur Verfügung, die ein äußerst präzises und frühzeitiges Erkennen drohender krankhafter Veränderungen erlauben.
Weitere Informationen
- Der Grüne Star (OcuNet)
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